KTQ-Vorteile für Praxen
Seit 2004 können sich Arzt- und Zahnarztpraxen, psychotherapeutische Praxen und MVZ nach dem KTQ-Verfahren zertifizieren lassen.
Das Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit (BMGS) veranlasste durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) eine Änderung des § 135 SGB V, laut der auch Ärzte im "Niedergelassenen Bereich" und Psychotherapeuten verpflichtet sind, ein internes Qualitätsmanagement in ihrer Praxis einzuführen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Damit niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten diesen gesetzlichen Anforderungen entsprechen können und zugleich der Praxisbetrieb effizienter gestaltet wird, hat die KTQ ein spezielles Verfahren zum Aufbau und zur Weiterentwicklung eines Qualitätsmanagementsystems entwickelt. Hiermit kann der Anforderung des Sozialgesetzbuches entsprochen werden. Zwar besteht nach derzeitiger gesetzlicher Regelung noch kein Zwang zur Zertifizierung des Qualitätsmanagements in einer Praxis. Gleichwohl ist eine solche die einzige Möglichkeit, die Güte eines Qualitätsmanagementsystems in einer Arztpraxis gegenüber den Organisationen der Selbstverwaltung darzulegen.
Ansatz: die konkreten Abläufe in der Praxis
Im Gegensatz zu anderen Qualitätsmanagement-Verfahren für Praxen stellte die KTQ von Beginn an einen exakten Bezug zu den konkreten Abläufen in der Praxis her. Das KTQ-Zertifizierungsverfahren verfolgt keine weiteren berufspolitischen Motive, es folgt keinen Vorgaben etwa im Sinne eines bestimmten Kassenarzttypus, noch zielt es auf fachärztliche oder allgemeinmedizinische Orientierungen. Zudem zwingt dieses Verfahren in keine Qualitätsmanagement-Standards: Jede Praxis kann ihre individuellen Lösungen nutzen, wenn sie damit das gewünschte Ziel erreicht.
Die langfristige Optimierung von Behandlungsprozessen
Die positiven Effekte, die mit einem anhand von KTQ entwickelten Qualitätsmanagementsystem erzielt werden können, beziehen sich insbesondere auf die langfristige Optimierung von Behandlungsprozessen. Dies gilt auch für Praxen, die bereits ein anderes Qualitätsmanagement eingeführt haben und das KTQ-Verfahren dazu nutzen, die Effizienz ihres Systems zu testen, es weiterzuentwickeln oder zu komplettieren. Das KTQ-Verfahren wurde unter der Zielsetzung entwickelt, Praxen ein schlankes und leicht handhabbares Verfahren anzubieten, welches motiviert und Überbürokratisierung vermeidet.
Weitere positive Effekte
Die positiven Effekte eines Qualitätsmanagements, das den Ansprüchen des KTQ-Verfahrens genügt, sind indes sehr vielfältig: Die klare Strukturierung von Abläufen trägt nicht nur zur Zufriedenheit der Patienten bei, sondern steigert auch die Motivation des gesamten Praxisteams. Beispiel für eine optimierte Organisation ist, dass stets sichergestellt ist, dass ein Patient durch qualifiziertes Personal empfangen wird. Darüber hinaus wird mit dem KTQ-Verfahren zum Beispiel festgestellt, inwiefern der Patient auf die Planung diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen Einfluss nehmen kann oder wie die Terminvergabe bei regulären Neu- und Kontrollpatienten, akuten Annahmen sowie von Notfällen geregelt ist. Ein bedeutender Punkt ist die Kontrolle, ob die kontinuierliche Weiterbildung aller Mitarbeiter sichergestellt ist. Aber es werden auch Details berücksichtigt, wie ein Orientierungssystem in der Praxis, das die Patienten schnell verstehen. Gerade die klare Definition von Abläufen trägt dazu bei, Fehlerquellen zu minimieren und die Effizienz der Arbeit zu steigern.
252 Fragen zur Qualität
Der » Katalog für den niedergelassenen Bereich gliedert sich in sechs Kategorien: Patientenorientierung in der Praxis, Führung der Praxis, Sicherstellung der Mitarbeiterorientierung, Sicherheit in der Praxis, Informationswesen und Aufbau des Qualitätsmanagements in der Praxis. Die sechs Kategorien sind wiederum in 44 Kriterien unterteilt, von denen 24 Kriterien über Checklisten, abgefragt werden. Die restlichen 20 Kriterien unterteilen sich wiederum in detaillierte Unterfragen. Sie folgen dem PDCA-Zyklus (PDCA = Plan, Do, Check, Act), bei dem jede QM-Maßnahme wie in einem Kreislauf immer weiter entwickelt wird. Angestrebt wird damit ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
Das KTQ-Manual
enthält zusätzlich ausführliche Erläuterungen zur Durchführung des gesamten KTQ-Zertifizierungsverfahrens.
Vor dem Zertifikat steht die » Selbstbewertung
Das KTQ-Verfahren basiert auf einer Kombination aus Selbst- und Fremdbewertung. Der erste Schritt für eine Praxis ist die KTQ-Selbstbewertung, die als kritische Betrachtung der Strukturen und Leistungen einer Praxis/MVZ zu verstehen ist. Sie zeigt ob und wenn ja, wo Verbesserungen nötig sind, um die KTQ-Zertifizierung zu erreichen. Die Selbstbewertung ist die Grundlage für die » Fremdbewertung. Diese wird von den KTQ-Visitoren durchgeführt. KTQ-Visitoren sind stets medizinische Fachangestellte und niedergelassene Ärzte sowie Psychotherapeuten in Leitungsfunktion und Erfahrung im Qualitätsmanagement. Sie wurden im KTQ-Training auf Ihre Aufgabe vorbereitet und von der KTQ akkreditiert. Stimmen die Ergebnisse der Selbstbewertung mit den Erkenntnissen der KTQ-Visitoren weitestgehend überein und wurden 55% der KTQ-Gesamtpunktezahl und 55% in der Kategorie 1 "Patientenorientierung" erreicht, erhält die Praxis das KTQ-Zertifikat. Ein verliehenes KTQ-Zertifikat ist für 3 Jahre gültig und kann danach in einer Re-Zertifizierung erneuert werden. In der » Preisliste für die KTQ-Zertifizierung im Bereich Praxen und MVZ finden Sie auch Angaben zur Visitationsdauer in Abhängigkeit von der Größe der zu zertifizierenden Praxis/MVZ.
Der veröffentlichte » KTQ-Qualitätsbericht bringt Transparenz
Bestandteil jeder erfolgreichen KTQ-Zertifizierung ist die Verpflichtung der Praxis, einen KTQ-Qualitätsbericht zu veröffentlichen. Dieser ist über den Internetauftritt der KTQ einsehbar. Als Arbeitserleichterung bietet die KTQ eine » Softwarelösung für die Abfassung des KTQ-Qualitätsberichtes an. Ein solcher KTQ-Qualitätsbericht macht das Leistungsgeschehen in der Praxis nachvollziehbar und transparent.
An der Entwicklung und Weiterentwicklung des KTQ-Verfahrens beteiligten sich bedeutende Organisationen des deutschen Gesundheitswesens: » die KTQ-Gesellschafter und die Kooperationspartner: der Bundesverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen und der Berufsverband in der Praxis mitarbeitender Arztfrauen.

